In Die Wissenschaft der Genialität entfaltet Wallace D. Wattles ein programmatisches Lehrbuch der Selbstformung, das geistige Disziplin, schöpferische Imagination und zielgerichtetes Handeln zu einer Methode persönlicher Entfaltung verbindet. Das Werk steht im Umfeld der amerikanischen New-Thought-Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts und verbindet populärphilosophische Reflexion mit praktischer Lebenslehre. Stilistisch ist es klar, aphoristisch und von didaktischer Eindringlichkeit; zentrale Begriffe werden in knapper, fast formelartiger Weise entwickelt, um Genialität nicht als angeborenes Privileg, sondern als kultivierbare Fähigkeit zu bestimmen. Wattles, bekannt als Verfasser einflussreicher Schriften über Erfolg, Wohlstand und geistige Wirksamkeit, schrieb aus dem Horizont sozialer Aufstiegshoffnungen und metaphysischer Reformideen seiner Zeit. Seine publizistische Arbeit zielte darauf, den Zusammenhang von Denken, Charakterbildung und gesellschaftlicher Praxis neu zu bestimmen. Gerade diese Verbindung aus spirituellem Optimismus, pragmatischer Anleitung und demokratischem Bildungsimpuls dürfte ihn zur Abfassung dieses Buches veranlasst haben. Leserinnen und Leser, die sich für Ideengeschichte, Selbstkultur und die Genealogie moderner Erfolgsnarrative interessieren, werden dieses Buch mit Gewinn lesen. Es empfiehlt sich sowohl als historisches Dokument einer wirkmächtigen Denkströmung als auch als anregender Text über die methodische Ausbildung menschlicher Möglichkeiten.