»Man kann Menschen nicht retten, das haben wir beide gelernt.«
Es sind die 1980er-Jahre, Róisín ist 15, in ihrem kleinen irischen Städtchen gilt sie als Außenseiterin. Sie und ihre Ma leben in einem bescheidenen, nasskalten Haus - still ist es geworden, seit ihr Vater sie verlassen hat. Róisín fühlt sich zu Red hingezogen, als sie ihn zum ersten Mal trifft. Seine Cargo-Jacke, die er über den Schulblazer gezogen hat, seine ungewöhnlich förmliche, sarkastische Art zu sprechen, die vielen Anspielungen auf Bücher und Musik. Er ist anders auf die Weise, wie sie selbst auch anders ist.
Als ihre Bindung tiefer wird, verflechten sich ihre beiden Leben immer stärker. Red und Róisín gehören zu jener Auswanderungswelle in das Vereinigte Königreich, die aus einem Irland aufbricht, das ihnen wenig zu bieten scheint. Während Róisín versucht, anzukommen und sich ein eigenes Leben aufzubauen, gerät Red in den Strudel eines selbstzerstörerischen Abstiegs.
Louise Kennedy erzählt in ihrem lang erwarteten zweiten Roman eine kraftvolle Geschichte von der Unmöglichkeit, andere Menschen zu retten, und der zerstörerischen Macht unausgesprochener Wahrheiten. Mit eindringlicher Präzision und emotionaler Wucht entwirft sie das Porträt einer Frau, die zwischen zwei Ländern, zwei Zeiten und ihren eigenen Dämonen gefangen ist - und die verstehen muss, dass manche Verluste nie zu verwinden sind.
'ER WILL, DASS ICH HIERBLEIBE, ABER ER WILL NICHT MICH, DACHTE SIE, IHR VERLANGEN NACH IHM SO ERBÄRMLICH, DASS ES SCHMERZTE.'
Irland, 1982. Róisín, eine Außenseiterin, lernt den brillanten, unberechenbaren Red kennen - und zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft, wie sie nur zwei vorlaute, desillusionierte Teenager schließen können. Bald kennt Red ihre dunkelsten Geheimnisse. Doch was weiß Róisín wirklich über ihn, seine Dämonen und sein Elternhaus, das er eines Tages für immer verlässt?
Die Jahre vergehen. Als Róisín Red in einem besetzten Haus in London aufspürt, ist sein Weg längst ein beunruhigender. Sie treiben wieder auseinander - und doch bleibt er in ihrem Leben allgegenwärtig.
'Red' ist eine umwerfende Geschichte über Liebe, Freundschaft und die Entscheidungen, die wir leichtfertig in der Jugend treffen - ohne vorhersehen zu können, dass ihre Folgen unser ganzes Leben lang widerhallen werden.
'Endlich. Endlich schreibt jemand über eine junge Frau, die klüger ist, als es ihre Umgebung ihr zugesteht, und die selbst noch nicht weiß, wohin damit. Louise Kennedy trifft diese innere Unruhe, diese Sehnsucht nach Zugehörigkeit so präzise, dass man denkt: Das bin ich. Das war ich. Das waren wir alle.' IRIS BERBEN