"Die apokryphen Schriften zum Alten Testament" versammelt religiöse Texte, die außerhalb des hebräischen Bibelkanons überliefert wurden und dennoch entscheidend zum Verständnis des antiken Judentums beitragen. Die Sammlung eröffnet Einblicke in Werke wie das Buch Henoch, die Psalmen Salomos, die Makkabäerbücher oder die Weisheit Salomos und macht ihre unterschiedlichen theologischen Perspektiven sichtbar: kosmologische Spekulation, Endzeiterwartung, Märtyrerfrömmigkeit, Weisheitslehre und die Deutung israelitischer Geschichte. In literarischer Hinsicht begegnen einander Apokalypse, Gebet, historische Erzählung, Testament und philosophisch geprägte Unterweisung. Damit dokumentiert der Band die vielfältigen Übergänge zwischen biblischer Tradition, hellenistischer Bildung und frühjüdischer Glaubenspraxis. Da die Texte von verschiedenen, vielfach anonymen oder pseudonymen Autoren stammen, steht nicht eine einzelne Biografie, sondern ein ganzer historischer Erfahrungsraum im Mittelpunkt. Ihre Verfasser reagierten auf politische Fremdherrschaft, religiöse Umbrüche, die Bedrohung jüdischer Identität und die Hoffnung auf göttliche Gerechtigkeit. Durch die Berufung auf ehrwürdige Gestalten der Vergangenheit verliehen sie ihren eigenen theologischen Anliegen Autorität und zeitübergreifende Bedeutung. Der Band erschließt somit die geistige Welt, aus der sich auch spätere jüdische und christliche Vorstellungen entwickelten. Diese Ausgabe empfiehlt sich allen, die die Bibel nicht als abgeschlossenen Textbestand, sondern als Teil einer lebendigen Überlieferungsgeschichte verstehen möchten. Sie erweitert den Blick auf jüdische Literatur zwischen dem Zweiten Tempel und der frühen Antike, schärft das Verständnis apokalyptischer und weisheitlicher Motive und bietet eine unverzichtbare Grundlage für historische, theologische und literaturwissenschaftliche Studien.
Apokryphen sind religiöse Schriften jüdischer bzw. christlicher Herkunft aus der Zeit zwischen etwa 200 vor bis ca. 400 nach Christus, die nicht in einen biblischen Kanon aufgenommen wurden. Das besondere Interesse an den Apokryphen beruht auf der Auffassung, dass diese Texte ein besonderes, geheimnisvolles, heiliges Wissen darstellen, das nur wenigen Auserwählten zugänglich ist. Für die Bibelwissenschaft können die Apokryphen eines der ersten Beispiele für die biblische Auslegung des Neuen Testaments sein. Die Rolle der Apokryphen ist auch aus einem anderen Grund wichtig: die theologische Terminologie. Einige Begriffe, die zu dogmatischen Begriffen geworden sind, wurden aus den Apokryphen übernommen. Diese Sammlung enthält:
Achtzehngebet
Henochbuch (oder Erster Henoch)
Henochbuch (Zweiter Henoch)
Apokalypse des Abraham
Apokalypse des Baruch (griechisch)
Apokalypse des Baruch (syrisch)
Rest der Worte Baruchs
Apokalypse des Elias
Apokalypse des Esdras
Esdras fünftes Buch
Esdras sechstes Buch
Apokalypse des Moses
Apokalypse des Sedrach
Apokalypse des Sophonias
Ezechiel der Prophet
Aristeas
Brief des Aristeas
Aristobul
Artapanus
Himmelfahrt des Isaias
Himmelfahrt des Moses
Kleodemus Malchus
Sadokitisches Werk
Demetrius
Das Buch Judith
Das Buch Tobias
Das Buch Jesus Sirach
Die Weisheit Salomonis
Das erste Buch der Makkabäer
Das zweite Buch der Makkabäer
Das dritte Buch der Makkabäer
Das vierte Buch der Makkabäer
Esdras drittes Buch
Eupolemus
Ezechiel der Tragiker
Die Fastenrolle
Gebet des Manasse
Jannes und Mambres
Joseph und Asenath
Jubiläenbuch oder Kleine Genesis
Leben Adams und Evas
Prophetenleben
Das Buch der Biblischen Altertümer
Die Sibyllinen
Orpheus
Philo der Ältere
Phokylides Mahngedicht
Die Psalmen Salomos
Pseudo-Aeschylus
Sprüche Menanders
Schatzhöhle
Stücke in Esther
Stücke in Daniel
Testament des Abraham
Testament des Adam
Testament des Iob
Testament des Isaak
Testament des Salomo
Testament der zwölf Patriarchen
Theodot
Das vierte Buch Esra
Gesicht des Esdras